Der Flankengötter-Fußballblog-Jahresrückblick 2014, Teil 1

Jahresrückblick 2014: Drama, Baby!

Wenn ich so auf das Fußballjahr 2014 zurück blicke, dann bleibt zunächst mal die Erkenntnis, dass es – von dem alles überlagernden Thema Weltmeisterschaft mal abgesehen – die ganz großen Themen nicht gab. Das dürfte auch der Grund dafür gewesen sein, warum die wenigen Themen, die es gab und die, wenn schon nicht groß, so doch zumindest größer waren, ausgeschlachtet wurden bis zum Gehtnichtmehr.

Ganz allgemein habe ich für mich festgestellt, dass ich mir eigentlich überhaupt keinen Kopf machen muss, woher ich meine Themen bekomme. Die Bundesligisten und die über sie berichtenden Medien sind selbst am meisten daran interessiert, Themen zu setzen, im Gespräch zu bleiben und Kontroversen im Zweifelsfall auch zu inszenieren und aufzubauschen. Es gilt nur zu warten: Irgendwann haut der Breitner wieder einen raus, der Sammer oder der Rummenigge – oder Jürgen Klopp keilt sich mal wieder vermeintlich oder tatsächlich mit einem Journalisten.

Auch habe ich gemerkt, dass es bei den wenigsten Themen wirklich auf Aktualität ankommt. Stadionsicherheit, Traditionsklubs gegen »Retortenvereine«, Sticheleien, Trainerentlassungen – im Prinzip alles Themen, die wie in einer großen Magmablase ständig umgewälzt werden. Mal sind sie an der Oberfläche und mal nicht. Aber sie kommen wieder, das ist gewiss.

Nun können die von der Fußballberichterstattung Lebenden natürlich schlecht zugeben, dass Bundesliga, Champions League und Europapokal im Prinzip gähnend langweilig sind. Ja, jede Mannschaft ist es wert, über die zu berichten: Der FC Augsburg hat eine tolle Entwicklung genommen. Paderborn ließ aufhorchen. Was aus Leverkusen mal wird, wenn’s fertig ist, ist spannend. Der neue, ruhige 1. FC Köln macht was her.

Aber das Salz in der Suppe der Bundesliga ist und bleibt nun mal die Meisterschaft – nicht der Abstiegskampf und erst recht nicht die virtuellen Ausdünstungen etwa von Spielerfrauen, die sich übers Internet darüber beklagen, dass ihre Männer im Verein nicht spielen oder nicht für die Nationalelf nominiert wurden.

Meiner Meinung nach ist die Meisterschaft in der Bundesliga auf Jahre hinaus vergeben. Deswegen ist sie für mich nur noch insoweit interessant, wie es »meinen« Verein, Borussia Mönchengladbach, betrifft. Ansonsten lege ich mich fest – wir laufen auf eine Serie zu, wie sie die Ligue 1 in Frankreich mit Olympique Lyon hatte, das sieben mal in Folge den Titel holte. Der Unterschied zu Deutschland wird sein: Lyon hat sich danach aus dem Kreis der Titelanwärter verabschiedet.

Das wird mit dem FC Bayern nicht passieren. Die Münchener werden vielleicht im achten Jahr dann mal nicht Meister und alle werden vom Ende einer Ära und einem neuen Konkurrenten und neuer Spannung reden und schreiben. Und dann werden die Bayern in den Jahren neun bis 15 doch wieder Meister.

Für mich ist aus der Bundesliga die Luft raus. Bayern war Meister und wird es wieder werden. Was interessieren mich angesichts dessen Selfies und Tweets und Posts von Spielern, Sportlern, Musikern und Promis samt ihrer Entourage? Die kennt doch ohnehin schon jeder, der das Thema Fußball verfolgt. Also muss der Mist doch nicht auch noch Seiten und Sendeminuten füllen.

Und die ewige Blitzgrafik der Freunde von Bundesliga aktuell hat’s doch auch irgendwie hinter sich oder? Trotzdem: Bei jeder kleinsten Andeutung von Konflikt gab es ein Bild mit Vereinslogo vor dunklen Wolken, aus denen Blitze zuckten.

Drama, Baby, Drama!

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