Halloween 2013 mit Guardiola, Klopp und Electronic Arts

Unlustiges zu Halloween

Pünktlich zu Halloween hier ein kleiner Streifzug durch die Fußball-Nachrichten der letzten Wochen. Mit dabei: Pep Guardiola, Raphael Honigstein, Jürgen Klopp, die trotzig bespitzelnde BILD-Zeitung und Electronic Arts.

1) Pep Guardiola hat seinen Deutschunterricht beendet – möglicherweise, weil er bemerkt hat, dass ihm Deutsch im tiefsten Bayern nichts nützt.

2) A propos Bayern: Von dort stammt gebürtig auch Raphael Honigstein. Technisch gesehen ist er damit also Deutscher. Er schreibt trotzdem auch für die englische Zeitung The Guardian. Und weil der Guardian eben eine britische Zeitung ist, bedient sich Honigstein gelegentlich in Anflügen auch des britischen Humors, wenn er in seiner Kolumne über den aktuellen deutschen Fußball berichtet. So schrieb er am Montag: »It’s widely known that Jürgen Klopp is the only Bundesliga manager who doesn’t need to wear a mask to frighten the kids on Halloween.«

Honigsteins Kollegen von sport1 reagierten darauf in der Sendung Bundesliga aktuell allerdings weitgehend humorbefreit. Aus dem Einstieg in den Bericht über das Revierderby, der ganz anders weitergeht, machten sie eine »Lästerattacke« gegen den Dortmunder Trainer – auch eine Art, Klischees über bierernste Deutsche zu bestätigen.

3) Ebenfalls irgendwie unlustig: Die Bild-Zeitung hat eine Lippendolmetscherin beauftragt herauszufinden, was Dirk Mesch, Pressesprecher von Bayer Leverkusen, nach dem Phantom-Tor mit Stefan Kießling besprochen hat. Diese Form der Bespitzelung Neugier zeugt für mich von einer Blockwart-Mentalität und ist in Zeiten der Empörung über die Ausspähungen der NSA obendrein irgendwie schizophren.

4) Schon auf das beim FC Bayern München unlängst eingeführte nicht-öffentliche Training hat BILD ja (wie eigentlich nicht anders zu erwarten) mit kindischem Trotz reagiert und sogleich Fotografen losgeschickt, die dann trotzdem Bilder gemacht haben – weil das dem lesenden Laien bestimmt ganz viele Erkenntnisse und Einsichten über die Übungseinheiten beim Rekordmeister bringt. Toll.

5) Last but not least ist seit einer Woche der alljährliche neue Fußball-Manager von Electronic Arts auf dem Markt. Der FM14 ist eine »Legacy Version« des Vorgängerspiels und deshalb um zehn Euro billiger als die sonst üblichen Vollversionen. Trotzdem kommen sich die Gamer reihenweise getäuscht vor und erheben gegen EA den Vorwurf der Abzocke. De facto nämlich ist der FM14 nicht mal ein bloßes Update der Spielerdatenbank sondern aus Sicht vieler sogar ein Downgrade. Die Lizenzen für die dritte und vierte deutsche Liga sind nämlich beispielsweise nicht mehr enthalten, dafür aber offenbar noch sämtliche Bugs der Vorversionen. Bei mir (und bei vielen anderen anscheinend auch) war deshalb nach etwas mehr als einer Saison Schluss. »Fußball-Manager 14 funktioniert nicht mehr«, lautet die lapidare Fehlermeldung über den AppCrash. Electronic Arts hat es auf diese Weise fertig gebracht, dass sein Spiel selbst auf Amazon.de mit all seinen für gewöhnlich, sagen wir mal, »sehr wohlwollenden« Kundenrezensionen auf nicht mal zwei von fünf Sternen kommt. Reife Leistung!

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