Von wegen “unaufsteigbar”

Glückwunsch zum Aufstieg, Spielvereinigung Greuther Fürth!

Seit Montag steht der erste Bundesliga-Aufsteiger der Saison 2011/2012 fest. Es ist die Spielvereinigung Greuther Fürth. Lange Zeit als »unaufsteigbar« verspottet, haben sich die Franken diesen Triumph über Jahre erarbeitet – und verdient.

Ich gestehe, die Spielvereinigung Greuther Fürth ist ein Klub nach meinem Geschmack. Ich mag einfach Vereine, die solide wirtschaften, die ihrer Linie treu bleiben, bei denen es kaum je Vorstandsquerelen gibt und Trainer in den allermeisten Fällen noch in Ruhe arbeiten können. Trotz zahlreicher Rückschläge durch die frustrierend knapp verpassten Aufstiege in den vergangenen Jahren sind sie sich in Fürth nie untreu geworden, haben nie gehadert, es nie zu zwingen versucht, nie finanziell vabanque gespielt.

Vielmehr ist die Spielvereinigung aus Franken schon seit Jahren ein erstklassiger Zulieferer von Top-Talenten. Von A wie Amanatidis bis W Westermann reicht die Liste der Akteure, die in Fürth gereift sind und sich für höhere Aufgaben empfohlen haben. In Mainz stehen so aktuell etwa drei Ex-Fürther (Sami Allagui, Nicolai Müller und Marco Caligiuri) unter Vertrag; die TSG 1899 Hoffenheim hat sich unlängst die Dienste von Allrounder Stephan Schröck gesichert. Roberto Hilbert, Ivo Ilicevic, Martin Lanig, Christian Eigler, Stefan Reisinger – sie alle trugen mal das Fürther Trikot. Mehr Ausbildungsverein geht eigentlich nicht.

Natürlich unkt manch einer nun schon, dass es in der kommenden Saison in der Bundesliga arg betulich zugehen könnte, wo es doch schon in Bremen, Freiburg, Augsburg und Hoffenheim angeblich so beschaulich ist (und mit Paderborn könnte ja sogar noch ein weiterer Verein dieser Kategorie aufsteigen). Tatsächlich aber wird eher umgekehrt ein Schuh draus: In Köln und Berlin, wo man so gern Weltstadt sein will und Beschaulichheit deshalb als Unwort gilt, droht der Abstieg; in der Millionenmetropole Hamburg ist man diesbezüglich auch noch nicht aller Sorgen ledig. Mindestens eine Großstadt wird es in dieser Spielzeit erwischen – weil man es in den dortigen Vereinen nicht geschafft hat, so etwas wie »Beschaulichkeit« herzustellen.

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